Branchen Transport & Logistik

Die LUTZ-Transport-Kaskoversicherung im Gespräch

Anlässlich der Produkteinführung der Lutz-Transport-Kasko-Versicherung auf verschiedenen Osteuropamärkten, sind der Chef der Serviceabteilung des polnischen Verbandes der internationalen Frachtführer (ZMPD) und der Abteilungsleiter der Lutz Assekuranz-Vertragsabteilung (LUTZ) zusammengekommen um sich über selbiges Produkt zu unterhalten und Besonderheiten zu diskutiert.

ZMPD: Vielen Dank, dass Sie sich Zeit genommen haben für dieses Interview. Sie sagten im Vorfeld: „Die Lutz Transport-Kasko-Versicherung ist eine eigens für internationale Frachtführer entwickelte Kasko-Versicherung, die viele klassische, aber auch besondere Frachtführer-Risiken abdeckt.“ Was genau meinen Sie damit?

LUTZ: Zunächst, vielen Dank für die Einladung. Wir freuen uns sehr, die Gelegenheit wahrnehmen zu können einige Highlights aus diesem, über Jahre entwickelten, Lutz-Deckungskonzept präsentieren zu können.

Nun zu Ihrer Frage. Die Lutz Assekuranz begleitet ihre Kunden im Bereich der CMR- und Warentransportversicherung im Falle eines Warenschadens über die gesamte Abwicklungsdauer bis zur Erledigung des Versicherungsfalles – dies bereits seit vielen Jahrzehnten. Sohin schöpft die Lutz Assekuranz aus einem immensen Erfahrungsschatz und kennt die Probleme der Kunden, die selbige im Schadenfall mit ihren Fahrzeugen bzw. Kasko-Versicherern haben.

Letztlich ist hierbei die Idee entstanden, ein Kasko-Produkt zu bauen, dass dem Frachtführer da hilft, wo herkömmliche Kasko-Versicherungen enden.

Ein Beispiel: Viele lokal erhältliche Kasko-Polizzen, erlauben Reparaturen im Ausland nur sehr eingeschränkt (mit einigen wenigen hundert EUR als Sublimit), da dort in der Regel mit höheren Stundensätzen gearbeitet wird. Die Kunden werden dazu angehalten, Reparaturen tunlichst im Heimatland durchzuführen; für eine Vollreparatur im Ausland erfolgt in der Regel keine Freigabe durch den Versicherer. Anders dagegen die Lutz-Polizze: Sie erlaubt die vollständige Reparatur in der – dem Unfallort nächstgelegenen – Werkstätte die dazu in der Lage ist; das bedeutet eine massive Zeitersparnis für den Frachtführer – der in der Regel einen Liefertermin einzuhalten hat oder auf dem Weg zum nächsten Ladetermin ist – und wesentlich weniger Organisationsaufwand.

Viele lokal erhältliche Kasko-Polizzen, erlauben Reparaturen im Ausland nur sehr eingeschränkt. Anders dagegen die Lutz-Polizze: Sie erlaubt die vollständige Reparatur in der – dem Unfallort nächstgelegenen – Werkstätte die dazu in der Lage ist; das bedeutet eine massive Zeitersparnis für den Frachtführer – der in der Regel einen Liefertermin einzuhalten hat oder auf dem Weg zum nächsten Ladetermin ist – und wesentlich weniger Organisationsaufwand.

ZMPD: Ein bekanntes Horrorszenario für international operierende Frachtführer sind Unfälle im Ausland - insbesondere in Westeuropa wie Deutschland, Frankreich, Vereinigtes Königreich - die besonders kostenintensive Bergungen nach sich ziehen können. Hat Lutz hierfür eine Lösung parat?

LUTZ: Fahrzeuge die nach einem Unfall nicht selbst fortbewegungsfähig sind, müssen, meist auf polizeiliche Anordnung, kurzfristig vom Unfallort entfernt werden. Vielfach ist man sodann auf private Abschleppunternehmen angewiesen, die für ihre Dienstleistung – insbesondere bei Nachteinsätzen – hohe Gebühren (auch für eine allfällige, anschließende Platzmiete) verlangen. Ohne entsprechende Barleistung, werden dann Fahrzeug und geladene Ware als Pfand zurückbehalten – ein Zustand der Frachtführer in massive finanzielle Schwierigkeiten führen kann (laufende Kosten des stillstehenden Fahrzeuges wie Versicherung, Jährliche Überprüfung, etc; Lohn- und Nebenkosten des sodann unbeschäftigten Fahrers; ein zu erreichender Liefertermin; vielleicht sogar verderbliche Ware im Laderaum die laufend gekühlt werden muss; etc). 

Lutz kennt die Problematik, dass Abschlepp-/Bergeleistungen im Ausland teuer sind – daher sieht das Lutz-Produkt kein Sublimit für derartige Kosten vor. Viel mehr werden die Abschlepp-/Bergekosten als Teil der Wiederherstellungskosten behandelt, d.h. Abschlepp-/Bergekosten und die eigentlichen Reparaturkosten werden grds. bis zum Wiederbeschaffungswert (abzgl. Wrackwert) ersetzt.

Ein Beispiel: Abschleppkosten 15.000; Reparaturkosten 10.000; Wiederbeschaffungswert des KFZ 50.000; Wrackwert 15.000; Die Abschleppkosten und Reparaturkosten (zusammen EUR 25.000) werden in voller Höhe bezahlt, da die Summe von EUR 35.000 (Wiederbeschaffungswert abzüglich Wrackwert) nicht überschritten wurde. Kunden der Lutz Assekuranz bekommen so ihre Fahrzeuge sehr schnell wieder frei und vermeiden massive finanzielle Folgeschäden.

ZMPD: Das ist tatsächlich sehr hilfreich - bringt aber nicht viel, wenn das Fahrzeug einen Totalschaden erlitten hat (z.B. ausgebrannt ist) oder eine Bergung / Reparatur angesichts des Wiederbeschaffungswertes unwirtschaftlich ist. Hat die Lutz-Polizze darauf auch eine Antwort?

LUTZ: Es freut uns sehr, dass Sie diesen Punkt direkt ansprechen – und er ist ein gutes Beispiel dafür, dass Lutz ihre Kunden da abholt wo andere Versicherungen enden. Die Lutz-Polizze deckt nämlich bis zu einem festgelegten Limit (das ist idR ein Prozentsatz des NEU-Preises des Fahrzeuges – oder nach Vereinbarung bis zu einer festgelegten Pauschalsumme wie z.B. problemlos fix EUR 10.000,--) Wrackentfernungskosten und Wrackvernichtungskosten - dies unabhängig davon, ob behördlich veranlasst oder nicht. 

Nicht selten holen sich Lutz Kunden damit ihr einem wirtschaftlichen Totalschaden erlegenes Fahrzeug wieder in ihre Heimat zurück und reparieren es dort unter Einsatz der für die Reparatur bereitgestellten Versicherungs-Geldleistung und weiteren Eigenmitteln. Somit können auch ältere Fahrzeuge mit niedrigem Wiederbeschaffungswert (wo also der wirtschaftliche Totalschaden relativ schnell erreicht wird) wieder auf die Straße gebracht werden.

Damit leistet die Lutz-Polizze bedeutend mehr als die klassische Kasko-Polizze, die als Sachversicherung primär auf Wiederherstellung/Ersatz der versicherten Sache abzielt.

Die Lutz Assekuranz bietet Kunden die Möglichkeit, Schäden infolge Ladungsverschub und Verwindung in die Kasko-Polizze zu integrieren; in Einzelfällen sogar ohne Aufschlag.

ZMPD: Nicht schlecht! Eingangs haben sie erwähnt, dass die Lutz-Polizze in der Lage ist besondere Risiken abzudecken. Was können sich die Leser darunter vorstellen?

LUTZ: Die klassische Kaskoversicherung baut auf dem Unfallbegriff auf. Literatur und Rechtsprechung definieren den Unfall als ein „unmittelbar von außen, plötzlich mit mechanischer Gewalt einwirkendes Ereignis“. Davon abzugrenzen, ist der – grds. nicht kasko-versicherte - reine Betriebsschaden; das ist ein Schaden, der durch eine Gefahr herbeigeführt wird, die unter Berücksichtigung wie das Fahrzeug verwendet wird, damit gewöhnlich verbunden ist und gewöhnlich auch überstanden wird. 

Typische Betriebsschäden in der Frachtführer-Branche sind (1) – infolge eines Bremsmanövers – der Ladungsverschub, der die Innenwand des Aufliegers beschädigt/durchbricht; das schädigende Ereignis kommt hierbei nicht von „außen“ sondern aus der Sphäre des LKW (quasi von „innen“). Sehr bekannt ist darüber hinaus auch (2) die Verwindung. Beispiel: Der LKW möchte wenden und schiebt zurück, allerdings wählt der Fahrer einen zu steilen Winkel - der Fahrzeugzug „knickt ein“ (bildet sprichwörtlich die Zahl „1“), sodass sich Zugmaschine und Auflieger gegenseitig beschädigen. Wieder wäre der Unfallbegriff nicht erfüllt und grundsätzlich keine Entschädigung aus der Kasko zu erlangen. 

Die Lutz Assekuranz bietet Kunden die Möglichkeit Schäden infolge Ladungsverschub und Verwindung in die Kasko-Polizze zu integrieren; in Einzelfällen sogar ohne Aufschlag.

ZMPD: Viele unserer Mitglieder haben Touren ins Vereinigte Königreich oder nach Südeuropa und buchen zu diesem Zweck RORO-Fähren. Nun sieht man in den Medien immer häufiger Schiffs-Havarien. Ihr Produkt deckt sogenannte Beiträge/Garantien zur „Havarie Grosse“ – können Sie dies bitte näher erklären?

LUTZ: In den vergangenen Jahren, hat die Zahl der verunglückten Schiffe tatsächlich stark zugenommen. Um nur ein paar bekannte Beispiele aus der jüngeren Vergangenheit zu nennen: Costa Concordia (2012), Evergiven (2021), Euroferry Olympia (2022), Felicity Ace (2022).

Die Ursachen für Seeunglücke können dabei, wie die Praxis zeigt, sehr unterschiedlich sein - Brand, Ungeschicklichkeit beim Manövrieren, stürmische See, Wassereinbruch, etc. 

Rettungsmaßnahmen können in vielen Fällen – so der Kapitän des Schiffes dies anordnet – im Rahmen einer sog. „Havarie-Grosse“ erfolgen. Definiert wird diese, wenn aufgrund der außergewöhnlichen Umstände bewusst Schäden bzw. Kosten in Kauf genommen werden, um Schiff und Ladung aus einer gemeinsamen Gefahr zu retten. Sehr oft handelt es sich dabei um Verluste durch die Opferung von Gütern/Fahrzeugen sowie Kosten für das Abschleppen des Schiffs.

Diese Rettungskosten belasten dann alle an dem Seetransport beteiligten Parteien im Verhältnis zu den geretteten Vermögenswerten (Fahrzeuge, Ware, etc.) – also auch Frachtführer die sich auf dem Schiff befinden. Üblicherweise machen Reeder im Anschluss an die Rettung ihr Pfandrecht an den geretteten Vermögenswerten geltend; d.h. sie behalten selbige solange ein, bis der jeweilige Teilnehmer seinen Kostenanteil an der Havarie-Grosse bezahlt hat oder eine Garantie (z.B. in Form eines Versicherungsscheines) für die spätere Bezahlung vorlegt. 

Die Lutz-Polizze leistet für alle kasko-versicherten Fahrzeuge genau diese Garantien bzw. Havarie-Grosse-Beiträge bis zur Höhe des Wiederbeschaffungswertes des Fahrzeuges; somit bekommen über Lutz versicherte Frachtführer ihr Fahrzeug nach Ankunft im Hafen sofort frei und können darüber wieder selbständig disponieren. 

An dieser Stelle noch ein wichtiger Hinweis: Sollte sich Ware im LKW-Frachtraum befinden, muss sich der Frachtführer darum kümmern, dass auch diese von der Reederei freigegeben wird. Kein Problem ist das mit einer Lutz CMR- oder CARGO-Polizze, da auch dort standardmäßig eine Havarie-Grosse Deckung vorgesehen ist; andernfalls ist dem Frachtführer anzuraten den Absender um Weisungen zu ersuchen und darauf zu bestehen, dass selbiger bzw. der Wareninteressent die notwendigen Havarie-Grosse Beiträge schnellstmöglich an die Reederei leistet, damit der Transport fortgesetzt werden kann.

 

ZMPD: Wunderbar - viele unserer Mitglieder wird das freuen, da bin ich überzeugt. Welche weiteren Vorteile genießen Versicherte dieses Produktes und was kostet die Versicherung?

LUTZ: Im Versicherungsumfang standardmäßig mitversichert ist beispielsweise die Veruntreuung – wenn also der eigene Mitarbeiter mit dem Fahrzeug verschwindet. In Zeiten des globalen Fahrermangels und der damit verbundenen Notwendigkeit vermehrt Newcomer (auch aus dem fernen Ausland) einzustellen, eine nützliche Sache. Vorteilhaft für unsere Kunden ist auch, dass - nach einem Schadenfall - die Versicherungssumme nicht wieder aufgefüllt werden muss, sondern unverändert existent bleibt, ohne dass Prämie nachgeschossen werden muss (also in Wahrheit ein zweites Mal für die Versicherung bezahlt wird). Außerdem sieht die Lutz-Polizze bei Teilschäden keinen „Abzug neu für alt“ vor – d.h. Kosten für notwendige Ersatzteile werden ungekürzt ausbezahlt und nicht deshalb beschnitten, weil das beschädigte Teil (z.B. die in Folge eines Unfalles, eingedrückte Fahrertüre) zum Zeitpunkt des Schadenfalles nicht mehr neu, sondern schon gebraucht gewesen ist. Damit wollen wir all jenen Kunden etwas Gutes tun, die berichtetet haben, dass sie mit der Versicherungsleistung lokaler Versicherer oft nicht in der Lage sind, ihr Fahrzeug vollständig zu reparieren. Das Produkt bietet noch weitere interessante Deckungselemente, deren vollzählige Nennung hier allerdings den Rahmen sprengen würde.

Die konkrete Prämie hängt von mehreren Risikofaktoren ab die im Zuge des Beratungsprozesses abgefragt werden - generell kann aber gesagt werden, dass die Prämie im Verhältnis zur gebotenen Deckung äußerst preiswert ausfällt.


ZMPD: Das bringt uns direkt zur nächsten Frage. Welche Unterlagen muss ein Interessent einsenden, damit die Lutz Assekuranz ein Angebot stellen kann?

LUTZ: Wir benötigen eine aktuelle Fahrzeugaufstellung mit folgenden Daten: Fahrzeugtyp, Modell, Datum der Erstzulassung, Fahrgestellnummer, Kennzeichen, allfällige Sonderausstattung und gewünschte Versicherungssumme. Fahrzeuge sollten nicht wesentlich älter als 10 Jahre sein, wobei je nach Einzelfall Ausnahmen möglich sind. Fotos der Fahrzeuge erhöhen die Chance auf eine günstigere Quotierung. Bei größeren Flotten werden jedenfalls Versicherer-Schadenstatistiken benötigt.

ZMPD: Perfekt. Wohin können sich Interessenten wenden, wenn sie weitere Informationen über das Produkt haben wollen?

LUTZ: Wir haben „Frequently Asked Questions (FAQ)“ zur Lutz-Transport-Kasko auf unserer Website in verschiedenen Sprachen platziert. Natürlich stehen auch unsere Kundebetreuer – an den bekannten Standorten, insbesondere im Kundenbetreuungszentrum bei ZMPD – jederzeit mit Rat und Tat zur Verfügung und übermitteln gerne auf Anfrage das Produktinformationsblatt sowie die allgemeinen Versicherungsbedingungen. 

ZMPD: Vielen Dank für das Gespräch!

LUTZ: Danke!