Transportversicherung vs. Verkehrshaftungsversicherung – Eine Begriffsklärung
Nun ist es aber nicht die Aufgabe von Spediteuren oder Frachtführern, sich tief ins Versicherungsrecht einzuarbeiten – dafür gibt es spezialisierte Makler wie die Lutz Assekuranz. Im Folgenden daher nur eine grobe Begriffsdefinition bzw. Unterscheidungshilfe, die im Wesentlichen die tägliche Arbeit erleichtern und Klarheit schaffen soll – für spezielle Einzelfälle und tiefergehende Fragen empfehlen wir Ihnen, sich an Spezialisten zu wenden.
Was ist die Verkehrshaftungsversicherung?
Die Verkehrshaftungsversicherung (auch „CMR-Versicherung“ genannt) gehört zur Kategorie der Haftungsversicherungen.
Haftungsversicherungen zielen darauf ab, den Versicherungsnehmer vor den finanziellen Folgen von Haftungsansprüchen zu schützen, die Dritten gegenüber (also meist gegenüber dem Auftraggeber – im Transportrecht denkbar auch gegenüber dem Empfänger denkbar) entstehen. Diese Art der Versicherung deckt Schäden ab, die durch das Verhalten oder die Aktivitäten des Versicherungsnehmers verursacht werden. Der Versicherungsnehmer übernimmt dabei die Verantwortung für Schäden, die er durch seine Tätigkeit Dritten zugefügt hat.
Diese Versicherung ist also für jene Fälle relevant, in denen das Unternehmen für einen Schaden verantwortlich gemacht wird, der – vermeintlich oder tatsächlich - durch den Transport von Waren verursacht wurde. Ein solches Szenario könnte beispielsweise eintreten, wenn während des Transportes ein Unfall passiert, bei dem die transportierte Ware beschädigt wird, bei einem Diebstahl oder auch durch Dritte, die sich unbefugt Zugang zum Laderaum verschaffen und dort als „blinde Passagiere“ Güter kontaminieren.
Wichtig ist also, dass diese Versicherung nicht die Ware selbst oder den Wareneigentümer schützt, sondern das Unternehmen, das den Transport durchführt. Wenn der Frachtführer zu Unrecht für einen Schaden verantwortlich gemacht wird, schützt die Haftungsversicherung ihn auch vor ungerechtfertigten Forderungen – im schlimmsten Fall sogar für Gerichtsverfahren, sei es wegen ungerechtfertigter, schadenbedingter Frachtabzüge, sei es wegen Schadenersatzklagen.
Was ist die Transportversicherung?
Im Gegensatz dazu ist die Transportversicherung eine Sachversicherung. Der große Unterschied zur Haftungsversicherung: Bei der Transportversicherung wird nicht geprüft, wer für den Schaden verantwortlich ist, sondern einfach, ob der Schaden unter die versicherten Ereignisse fällt.
Sie kommt dann zum Tragen, wenn ein versichertes Objekt (z. B. transportierte Ware) durch unvorhergesehene Ereignisse beschädigt oder zerstört wird. Ziel einer Sachversicherung ist es, den finanziellen Schaden auszugleichen, der durch den Verlust oder die Beschädigung eines bestimmten Vermögenswertes entsteht.
Die Transportversicherung stellt eine klassische Form der Sachversicherung im Bereich des Transports dar. Sie deckt Schäden an den transportierten Gütern selbst ab, die durch eine Vielzahl von Gefahren während des Transports entstehen können. Dies umfasst sowohl klassische Schäden wie Diebstahl oder Unfall, aber auch unvorhersehbare Ereignisse wie Naturkatastrophen oder fehlerhafte Handhabung durch Transportdienstleister. Der Unterschied zur zuvor angesprochenen Haftungsversicherung ist, dass keine betragsmäßigen Limits zur Anwendung kommen (die Versicherungsprämie orientiert sich daher – anders als bei der Haftungsversicherung – am anzugebenden Warenwert) und dass es nicht relevant ist, ob irgendwen für einen Schaden eine Haftung trifft oder eben nicht. Solange Deckung im Rahmen der zuvor vereinbarten Bedingungen gegeben ist, wird mit Zahlung zu rechnen sein.
Wichtig ist die Transportversicherung daher nicht für den Frachtführer, den ja oft Haftungslimits und -einschränkungen wie angeführt vor exorbitanten Forderungen schützen, sondern für denjenigen, der das Interesse an der Ware selbst hat – also je nach Risikoübergang Versender oder Empfänger. In der Praxis werden sich diese freilich an den Frachtführer oder Spediteur wenden, wenn Sie eine solche Transportversicherung brauchen bzw. wird ein sorgfältiger Frachtführer oder Spediteur, zumal wenn er weiß, dass es sich um besonders hochwertige Ware handelt, eine solche Möglichkeit auch aktiv anbieten.
Verschiedene Arten der Transportversicherung
Die Transportversicherung kann auf verschiedene Arten abgeschlossen werden, je nachdem, wie oft Transporte stattfinden und wie hoch das Risiko ist. Es gibt zum Beispiel Einzelversicherungen für einzelne Sendungen oder Rahmenversicherungen für regelmäßige Transporte. Ein erfahrener Versicherungspartner wie die Lutz Assekuranz kann hier helfen, das passende Produkt zu finden, das den individuellen Bedürfnissen entspricht.
Fazit
Beide Versicherungen sind für den Transport von Gütern wichtig, aber sie decken unterschiedliche Risiken ab. Wer sich unsicher ist, welche Versicherung am besten passt, sollte sich an einen Experten wenden, um die richtige Lösung zu finden.